Karpatenbüffel

Der Karpatenbüffel lebt nahe der rumänischen Grenze in dem Oblast Transkarpatien.

Er stammt von dem so genannten Mediterranen-Typ des Büffels ab, genetische Untersuchungen hierzu stehen jedoch noch aus. Eine nahe Verwandtschaft besteht geschichtlich und im Phenotyp mit dem rumänischen Karpatenbüffel. Diese nördlichste Büffelpopulation der Welt ist durch seine mind. 1500 jährige Geschichte in den Karpaten sehr gut an die lokalen Herausforderungen angepasst. Harte Klauen, dichtes Fell und kurze Beine machen ihn zum idealen Arbeitstier in den Bergen. Der Karpatenbüffel ist ein sehr guter Raufutterverwehrter, er stellt weniger Ansprüche an Menge und Qualität des Futters als jede Milchkuhrasse. Dabei kann ein Karpatenbüffel bis zu 10l Milch am Tag geben. Diese Milch hat einen Fettgehalt von ca. 8% und 6% Eiweiß. Noch vor 100 Jahren gehörte ein Büffel zu jedem guten Haushalt in den Karpaten. Heute gibt es keine 70 Tiere mehr in der Ukraine.

Die wirtschaftliche Zukunft des Karpatenbüffels ist noch immer unsicher. Seine hohe Intelligenz macht ihn ungeeignet für die Massentierhaltung, er ist eine seit Jahrtausenden für die Subsistenzwirtschaft gezüchtete Mehrzwecknutzungsrasse. Die Kollektivierung der Tiere in sovjetischen Großbetrieben bis in die 90er Jahre hat bereits zu massenhafter Dezimierung der Rasse geführt, auch haben Zucht- und Kreuzungsexperimente einen Teil der Population verunreinigt. Nach dem Zusammenbruch der Sovjet Union ist die nötige Haltungskultur für Karpatenbüffel in der Subsistenzwirtschaft in Vergessenheit geraten und es kam zu einer zweiten Dezimierungswelle. Heute versucht der deutsche Verein „Initiative zum Erhalt seltener Haustierrassen in den Karpaten e.V.“ diese Kultur unter neuen Bedingungen wieder zu beleben und weiter zu entwickeln. Wirtschaftliche Anreize, Vorbildfunktion, Beratung und das Aufbauen von Netzwerken sind die Ansprüche an die Organisation um den noch vorhandenen Individuen Perspektiven zu schaffen. Es ist ein Herdbuch entstanden, eine Zuchtstation im Zentrum Transkarpatiens mit einer Nukleusherde in „Saldobosch“ und ein aktives Netzwerk aus allen Büffelhaltern mit mind. 5 Bullenlinien. Tourismus, Landschaftspflege, Mozzarella und Salami könnten zum Comeback dieser uralten Rasse führen.

Der Karpatenbüffel in der Ukraine ist weiterhin auf Unterstützung angewiesen, bringen auch Sie sich ein, indem sie den Verein unterstützen, als Tourist nach „Saldobosch“ kommen oder als ehrenamtlicher Helfer in einem der vielen Aufgabenfelder zum Schutz der Karpatenbüffel mitwirken.