Berg-Huzul

Hutanpferde beim Grasen

Der Berghuzule ist ein primitiver Schlag des Huzulenpferdes, welches über Jahrhunderte hinweg wichtigster Begleiter für die Bergbewohner der Karpaten war. Nicht nur auf Grund seiner Kraft, Ausdauer, Intelligenz, Robustheit, sondern auch wegen seines freundlichen Gemüts und seiner Zuverlässigkeit war es ein unerlässlicher Partner für den Menschen. In der Literatur finden sich immer wieder Lobeshymnen auf dieses perfekt angepasste Pferd, die seine hervorragenden Eigenschaften beschreiben und es vor alle anderen Pferderassen stellen.


 „Die Huzulenponys wuchsen unter den harten klimatischen und geographischen Bedingungen der karpatischen Gebirgslandschaft auf. Sie hatten einen kurzen Hals, eine dicke Mähne, eine breite Brust, dünne Beine uns einen ausdrucksvollen Kopf. Sie waren stark, ausdauernd, klug und trittsicher. In schwer zugänglichen Gegenden waren sie gute Trag-, Reit- und Zugtiere. In früheren Zeiten wurden sie als Führer der Transportkarawanen benutzt.
Vor allem wurde ihre Zuverlässigkeit geschätzt. Während huzulische Frauen beim Reiten ihre Kinder nährten oder Wolle spannen, überließen sie die Sorge um den Weg ihren Ponys. Kranke und Betrunkene trugen die Ponys vorsichtig nach Hause. Beladen mit Käse- und Butterfässern, brachten sie ihre Last auch ohne Begleitung von der Alm zu ihrem Bestimmungsort. Vorsichtig überquerten sie sogar Hängebrücken über Schluchten. Blitzschnell signalisierten sie drohende Gefahren, wenn sie in der Nähe Wölfe oder Bären witterten. Zahm und freundlich waren sie zu Kindern und wurden von ihnen zum Spielen und Wasserholen gebraucht.“


(Senkiv, Ivan (1981): Die Hirtenkultur der Huzulen. Marburg/Lahn: Marburger Ostforschungen. S.144.)


Ihren Namen haben die Huzulenpferde den Bergbewohnern der ukrainischen Karpaten zu verdanken, die ebenfalls Huzulen heißen und diese Pferde etablierten.
Heute gehört das Huzulenpferd auf Grund einer weltweiten Bestandszahl von unter 2.000 reinrassigen Zuchttieren zu den hochgefährdeten Haustierrassen. Der besondere Schlag des Hutans zählt noch weniger Exemplare und Individuen sind nur  schwer ausfindig zu machen.


Er zeichnet sich durch seine Ähnlichkeit mit dem ausgestorbenen europäischen Wildpferd aus und ist daher von großer Bedeutung. Er trägt Merkmale wie einen Aalstrich und Zebrierungen an Beinen und Schulterblättern. Seine Statur ist kompakt und klein,  Mähne und Schweif sind in der Regel dunkler, während die Fellfärbung von cremefarben über bräunlich bis hin ins Gräuliche geht. Bauch, Beine und Maul weisen meist eine helle Färbung auf. Experten bezeichnen den karpatischen Hutan als eines der primitivsten europäischen Pferde und vermuten es als direkten Nachkommen des europäischen Wildpferds, des so genannten Tarpans .


Zurzeit halten wir auf unserer Arc&Rescue Station neun  Hutanpferde. Die Existenz dieses Pferdeschlags ist jedoch stark bedroht und wir bemühen uns weitere Individuen in den Karpaten aufzuspüren, um die Rasse weiter züchten und beschützen zu können.