Vielfalt bewahren durch Kleinbauern

Willkommen in der Karpato-Ukraine. Dieser immer wieder in der Geschichte nach Unabhängigkeit strebende Oblast genannt „Zakarpathia“ oder „Transkarpatien“ ist in vielerlei Hinsicht isoliert. Transkarpatien ist einer von 24 Oblasten, aber nur durch 4 Zugangsstraßen über die Karpaten mit dem Rest der Ukraine, dem zweitgrößte Land Europas verbunden. Diese offensichtliche geographische Isolation wird gefördert durch eine...

politische Außengrenze zur europäischen Union mit Rumänien, Ungarn, Slowakei und Polen. Auf diese Isolation hin konnte Kultur und Ökologie wie auf einer Insel bewahrt bleiben oder sich zu etwas eigenem entwickeln. Nur sehr wenige westliche Besucher und Wissenschaftler scheinen diese Besonderheit im Zentrum des europäischen Festlandes zu beachten. Abschrecken mag vielleicht die große Armut, die politische Unsicherheit oder der Mangel an Infrastruktur. Doch im Vergleich zu den EU-Nachbarländern und den meisten westlichen Industriestaaten wird hier uralte Kultur gelebt. „Nirgendwo sonst in Mitteleuropa haben ich eine stärkere Verknüpfung von Kultur und Natur erlebt“ sagt Michel Jacobi Diplom Forstwirt aus Freiburg. Michel lebt hier in Transkarpatien seit 2008 und kämpft mit viel lokaler Unterstützung und Hilfe aus dem Westen für gelebte/lebendige Kultur und gegen die Entfremdung. Nach Michels Auffassung ist die kleinbäuerliche Landwirtschaft das Schlüsselelement für eine gesunde Beziehung zwischen den Menschen und der Natur. Doch: „Immer häufiger kehren junge Leute der Subsistenzwirtschaft mit alten Haustierrassen den Rücken“. Infolge dessen liegt Land brach oder wird von Grossgrundbesitzern industriell genutzt. Darunter leidet die Agrobiodiversität und der kleinstrukturierte Charakter der Landschaft. Dies ist am Anschaulichsten mit dem Aussterben der Wasserbüffel in Transkarpatien zu belegen. Das beeindruckendste und seltenste Haustier in Transkarpatien, von dem die lokalen Züchter, so wie einige Experten aus der Schweiz und Deutschland sagen, dieser vorkommende Schlag des Wasserbüffels sei eine eigene Rasse, nämlich der „Karpatenbüffel“. Einst zu hunderten in jedem Dorf ist der Bestand aktuell auf weniger als 70 Tiere gesunken. Diese Seite und unsere Initiative setzt sich u.a. für das Überleben des Karpatenbüffels ein.