Vereinsprotokoll

Protokoll der Mitgliederversammlung des Vereins zum Erhalt seltener Haustierrassen in den Karpaten e.V. am 24.8.2013 von 18:00 bis 23:00 im Café Aufsturz.

Anwesend: Michel Jacobi (1. Vorsitzender und Kassenwart), Jean-Pierre Jacobi (Mitglied), Katja Hildmann (Mitglied), Christiane Seiler (Ehrenmitglied)

Liebe Freunde,

vor der Sitzung werden Katja und Christiane als Mitglied bzw. Ehrenmitglied aufgenommen.

Michel eröffnet die Sitzung, stellt die Beschlussfähigkeit fest.

Bericht des Vorstandes über die bisherige Arbeit des Vereins

Tierbestand

Der Verein hat im vergangenen Jahr weiterhin die Arbeit der Arc and Rescue Station Saldobosch in Steblivka (Ukraine) unterstützt. Dort werden Wasserbüffel vom Schlag Karpatenbüffel gezüchtet sowie Huzulenpferde und Mangaliza-Schweine.

Finanziell fördert der Verein nur die Haltung der zur Zeit 15 Büffel.

Die Haltung und Zucht der zur Zeit 16 Huzulenpferde wird von Michel Jacobi und Hans-Peter Grünefelder privat finanziert.

Die Schweine fallen in den Verantwortungsbereich von Igor Woloschuk.

Von Mai bis Mitte August bekam Alina Braunsteffer eine Projektförderung für regionalen Tourismus und nachhaltige Entwicklung.

Sie hat die Volontäre betreut, Aufräumarbeiten, das Melken sowie den Milchverkauf organisiert, Touristengruppen geführt und Einnahmen aus Übernachtungen erzielt. Davon wurden die Volontäre finanziert.

Den Sommer über waren 2 Hirten beschäftigt, Mischa für die Büffel und ein Sergej aus Steblivka, der sich in den Sommerferien um die Pferde gekümmert hat. Ausserdem hat Colia immer wieder bei dem melken schwieriger Büffel geholfen.

Insgesamt kamen 6 Kälber zur Welt, darunter 2 Bullenkälber. Freya hat wieder ein verkrüppeltes Kalb geboren.

Saanas Kalb ist im Peddock verstorben.

4 Kälber sind gesund und lebendig.

Der Verein hält zur Zeit folgende Zuchtbullen: Porsche, Tschubtschik, Anton und Maramuresch.

Zusammenarbeit / Austausch mit anderen Büffelhaltern:

Auf der Sommer-Gemeinschaftsweide standen auch Büffel aus den umliegenden Gemeinden, die von den Bullen des Vereins gedeckt werden sollten.

Die Zusammenarbeit mit der Bäuerin Katherina in der Nähe von Lviv gestaltet sich schwierig und hat bisher zu keinen Ergebnissen geführt. Olga bleibt mit ihr in Kontakt.

Allgemein werden in der Region um Chust immer weniger Büffel gehalten.

Das Dorf Kritschewo hat die Büffelzucht aufgegeben, die Kühe wurden nicht besamt und werden voraussichtlich bald keine Milch mehr geben.

Kauf und Verkauf:

- In Kritschewo steht eine Kuh, die Michel gerne erwerben möchte.

- Eine besonders wertvolle Büffelkuh aus Verteb soll gekauft werden, wann das geschieht, ist noch offen.

- Maria aus Veljatino hat Tschubtschik des Vereins geliehen.

Zuchtbuch:

Katja Hildmann arbeitet weiter an dem Zuchtbuch der transkarpatischen Büffel. Die Identifizierung der Büffel ist schwierig wegen der vielen Namensdopplungen. Häufig ist es kaum möglich Informationen zu beschaffen. Die Büffel von Saldobosch sind aber bis auf Porsche alle identifiziert. Mit genetischen Analysen aus Haarproben untersucht Katja, ob sich verschiedene Schläge oder Rassen voneinander unterscheiden lassen.

Entlastung des Vorstandes

Der Vorstand wurde entlastet

Bericht des Kassenwartes

Der Verein hat im vergangenen Jahr mit 2000,00 €  das Futter für die Büffel bezuschusst. Zur Zeit befinden sich 1000,00 € auf dem Vereinskonto.

Insgesamt wurden 13.000,00 € für Büffel- und Pferdefutter ausgegeben. 4000,00 hat der ukrainische Verein beigetragen (gefördert von Porsche). Den Rest hat Michel privat aufgebracht. Das Heu war im vergangenen Winter besonders teuer (3 Griwna pro Kilo)

Der Verein hat zur Zeit 42 Mitglieder, von denen selten Beitrag zahlt wird. Mit dem Versenden des Protokolls sollen Sie an die Zahlung ihres Beitrages erinnert werden.

Finanzplanung:

Der Verein plant, in diesem Jahr 15-20 Büffel und 10-15 Pferde durch den Winter zu bringen, darunter einige Fohlen und Kälber.

10 to Heu sind bereits vorhanden. Vom deutschen und ukrainischen Verein gemeinsam stehen 5000,00 € zur Verfügung. Bei einem angenommenen Heupreis von 0,2€ je Kilo können davon 25 Tonnen Heu gekauft werden. Voraussichtlich wird von Dezember bis einschließlich April Heu gefüttert werden, insgesamt 5 Monate lang.

Geld verdient werden kann  durch

- den Verkauf von Milch und Mozzarella: von 15-20 l Milch könnten bis zu 4kg Mozzarella pro Tag hergestellt werden. Ein Kilo Mozzarella bringt in der Ukraine zur Zeit 20-25 €.

- den Verkauf von Pferden

- Spendenaktionen, Crowdfunding

- T-Shirt-Verkauf

Entlastung des Kassenwartes

Der Kassenwart Michel Jacobi wurde einstimmig entlastet.

Neuwahl des Vorstandes

Katja Hildmann, Michel Jacobi und Thomas Wyrwoll stellen sich zur Verfügung und werden einstimmig gewählt.

1. Vorstand und Kassenwart: Katja Hildmann (alleine entscheidungsberechtigt)

2. Vorstand und Leiter des Zuchtprojekts: Michel Jacobi

3. Vorstand: Thomas Wyrwoll (gewählt in Abwesenheit)

Vorstellung neuer Projekte und Diskussion über die Arbeit des Vereins 

Werbung

Katja übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit.

Christiane konzipiert einen Flyer für die Außendarstellung der Rescue-Station Saldobosch.

Michel druckt Aufkleber für die Produkte des Büffelhofs, eine Öko-Zertifizierung wird angestrebt, die Bedingungen müssten erfüllbar sein, im Gespräch ist das Heritaste-Label der Save-Foundation für Produkte aus autochthonen Haustierrassen. Auch Slow-Food wäre möglich.

Arbeitsorganisation

Hirten sollen von nun an eingespart werden, weil sie sich als zu unzuverlässig erwiesen haben. Statt dessen startet Michel einen neuen Versuch mit Elektrozäunen und wird ansonsten selbst hüten oder von Volontären hüten lassen.

Igor wird seine Schweine in den  Topinamburfeldern weiden lassen.

Mit Woofern sollen im Herbst Maisstengel geerntet werden, als Büffelfutter.

Standorte

Über den WWF stellt Michel eine Verbindung zu Nationalparks in Osteuropa her. Er verspricht sich davon eine bessere Lobbyarbeit für seine Büffel.

Ein Nationalpark im ukrainisch-polnischen Grenzgebiet möchte Pferde auswildern. Es gibt auch ein Angebot von einem mit 100 ha sehr kleinen Nationalpark in der Nähe von Irschawa / Transkarpatien –  das betrifft ebenfalls die Pferde.

Die Büffel sollen in Steblivka bleiben, bis sich eine andere Perspektive bietet.

Käse

Michel stellt beim Fibl Institut (Forschungsinstitut für biologischen Landbau) einen Antrag auf Förderung einer kleinen, mobilen Käseküche. Bisher geht er von einem Antragsvolumen von 2000,00 bis 4000,00 € aus. Ansprechpartner ist Tobias Eisenring. Ziel ist eine lokale Käseproduktion mit Öko-Label, z.B. einem Karpaten-Label für regionale Produkte (existiert bereits, aber nur für Honig etc)

Tourismus

Linda Röhl schreibt einKonzept für die Pferde. Es geht darin um ein Reittourismusprojekt. Ab kommendem Frühjahr könnten 6 Pferde für Ausritte ausgebildet sein. Volodja Peretz stellt seine Holzhäuser am Dorfrand für Touristen zur Verfügung, die über den Verein vermietet werden können. Perspektivisch könnten auch Mehrtagesritte in die Berge unternommen werden. Michel führt im September mit seinem Bruder Jean-Pierre zusammen Proberitte durch.

Mitgliederwerbung und Spendenaquise

Die Vereinsmitglieder sollen zum Zahlen ihres Jahresbeitrags ermuntert werden. Das geschieht in freundlicher Form zusammen mit dem Versenden des Protokolls.

Wer in welcher Form Spenden einwerben kann ist noch ungeklärt, Vorschläge sind willkommen. Betterplace, Crowdfunding, gezielte Ansprache von Personen, Kommilitonen, Schreiben einer Powerpoint-Präsentation, Verkauf von T-Shirts über die website – vieles ist möglich.

Michel wird die Patentier-Seite der Homepage wiederbeleben. Paten sollen in Zukunft mindestens einmal im Jahr einen Bericht über ihr Tier bekommen.

27.8.2013, Protokoll ausgearbeitet von Christiane Seiler

Initiative zum Erhalt seltener Haustierrassen in den Karpaten e.V.

Geldinstitut GLS Bank
Bankleitzahl 43060967
Kontonummer 7904158400