Karpatenbüffel-Zuchtprojekt

Der Karpatenbüffel stirbt aus. Nur noch weniger als 40 Büffel existieren in der Karpato-Ukraine. Die grenzübergreifend arbeitenden Partnerorganisationen zum Erhalt seltener Haustierrassen aus Deutschland un der Ukraine haben ein Karpatenbüffelzuchtprojekt ins Leben gerufen und koordinieren seit 10 Monaten die Zucht aller in der Karpato-Ukraine lebenden Büffel. Bedingt durch die geringe Anzahl an Individuen muss nun das Inzuchtproblem gelöst werden.

Projektskizze

Die Karpaten sind ein grenzüberschreitendes Hochgebirge mit Anteilen in Österreich, Tschechien, die Slowakei, Ungarn, Polen, die Ukraine, Rumänien und Serbien. In der Ukraine ist der Oblast Transkarpatien an der rumänischen Grenze zur Maramures-Region in besonderer Weise von der grenznahen Lage betroffen. Diese Region ist durch geringe industrielle Erschließung gekennzeichnet und von bäuerlicher Selbstversorgung geprägt. Der deutsche, gemeinnützige Verein Initiative zum Erhalt seltener Haustierrassen in den Karpaten e.V. beschäftigt sich mit Lebenserhaltungsmaßnahmen der Karpatenbüffelpopulation in Transkarpatien. Dafür wurde mit Hilfe der ukrainischen NGO Збереження агро-біорізноманіття Карпатських гір "Sicherung der Agrobiodiversitat in Transkarpatien" eine Nukleusherde von 18 Büffeln auf dem Gelände der Rescuestation "Saldobosch" (siehe arca-net.info.net) installiert.

Auf diesem Gelände befinden sich auch die Vereins Verwaltungen der beiden Partnerorganisationen.

Von hier aus kann der gesamte Bestand von 39 Karpatenbüffeln in Transkarpatien und 79 Büffeln ukraineweit, verwaltet und mit Hilfe eines Herdenbuchprogrammes gezüchtet werden. Da sich jedoch 40 Karpatenbüffel in Kiew befinden und ein genetischer Austausch mit dieser Population aus verschiedenen Gründen unmöglich erscheint, ist die transkarpatische Population dringend auf genetischen Austausch mit der rumänischen Population angewiesen. Da in Rumänien eine ähnlich dramatische Bestandesentwicklung abzusehen ist, sollte auch hier das Anlegen einer räumlich getrennten Population mit ähnlicher genetischer Ausstattung von Interesse sein.

Aufgrund der Carpathian Convention, die von beiden Staaten ratifiziert wurde, ist eine grenzübergreifende Zusammenarbeit der beiden Lander um das Problem dieser „Transborderspecies“ zu losen wünschenswert.

Da es einen erheblichen finanziellen Aufwand bedeutet diese getrennten Populationen genetisch miteinander zu verbinden, suchen die deutsch-ukrainischen Partnerorganisationen nach weiteren internationalen Trägern dieses Projekts.

Dabei soll ein rumänischer Bulle in die Ukraine transportiert werden, um fur genetische Auffrischung der unter Inzucht leidenden Population sorgen. Das Tier würde 1-2 Jahre auf der Rescuestation „Saldobosch“ Chust-Region die bisherigen 13 Buffelkühe befruchten und danach je nach Bedarf in andere Gemeinden und Populationen vermittelt/verliehen werden. Dabei kommt z.B. die Kritschovo Tjatschiv-Region in Frage. In dieser Gemeinde existieren noch 10 weibliche Büffel. Hier besteht bereits eine enge Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Verein Збереження агро-біорізноманіття Карпатських гір der jährlich einen seiner Zuchtbullen dem Dorf für einen Unkostenbeitrag zur Verfugung stellt.

Nun hat sich die genetische Situation so weit zugespitzt das weitere Zucht der Tiere ohne neue Zuchtlinien zu unwiederbringlichem Verlust der Vielfalt innerhalb der Population führen wird.

Ohne umfangreiche Zusammenarbeit und Vergünstigungen in der Zollgesetzgebung, werden die vermuteten kosten für den Ankauf eines Zuchtbullen in Rumänien, Quarantänemaßnahmen auf beiden Seiten der Grenze, die Impfungen und der Transport ca. 11 000€ Kosten. Die Vermittlung, Unterbringung und Haltung übernimmt der ukrainische Verein.

Bitte helfen sie uns mögliche Finanzierungswege zu erschließen, potentielle Partner zu finden und weiter auf dieses Problem aufmerksam zu machen.